Der Zwiebelflüsterer

Schälen, oder geschält werden


Rockpalast Revival Party

Rockpalast Revival Party - Klangstation Bonn Bad GodesbergDas schöne an Musik ist, das sie in vielfältiger Art und Weise den Gehörgang der Lauscher beeinflusst. Mal im positiven, mal im negativen. Mal aktiv, weil sie so mitreissend ist, mal passiv, weil man mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt ist: saufen, reden, vögeln und solchereli Sachen eben. Und sie kann natürlich auch wunderbar unterschiedlich wirken wenn man ihr in unterschiedlichen Aspekten lauscht.

Dieses Geplapper läuft letztlich auf die Gigs von Hatedrive und Inzane auf der gestrigen Rockpalast Revival Party hinaus. Diese, von den hallenden klängen mal abgesehen, war auch eine mehrfache Premiere für mich. Erstens kannte ich die Veranstaltung rund um den Rockpalast gar nicht, wodurch ich vor einigen Tagen von Martin noch eine Lektion in rheinischer Metalgeschichte eingebläut bekam. Zum anderen die Klangstation an sich. Ein Club, von dem ich bisher immer nur gehört hatte aber es mich nie hinzog. Die Mischung aus Entfernung und Mucke, die mich nicht immer anspricht konnte bisher wunderbar als Ausrede herhalten ;) .

Whatever, gestern war ich halt bei dieser Party, die eigentlich auch ganz nett war. Ein wenig. Zumindest in der Zeit, in der Hatedrive auch auf der Bühne standen. Und das ist eigentlich das witzige an dem Abend. Ich hatte die Jungs vor ein paar Jahren auf dem Brainslaughter in Köln gehört und fast gekotzt. Laut, seelenlos und stillos. Das war zumindest mein Eindruck damals. Mittlerweile muss ich jedoch zugeben das mein damaliger Eindruck voreingenommen war. Immerhin hatte ich die Jungs mit den nachvollgenden Bands gesehen, die größtenteils interessanter waren, und letztlich auch verglichen. Nicht fair, ich weiss. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof.

Gestern dagegen lief das ganze etwas anders. Zuerst schrammten Inzane auf der Bühne herum. Ein Haufen Jungs mit Metal im Blut, aber keinerlei musikalischen Stil. Die perfekte Mucke, wenn man zum saufen auf ein Konzert will, aber die schlechteste Art von Musik wenn man des lauschens wegen ein Konzert besucht. Sorry, aber aller liebe zu Toleranz und bla. Aber Death-Grind-Metal oder wie der Mist heist geht echt gar nicht. Dagegen ist noch der allerschlechtes Punk / Hardcore eine Beethovenähnliche Symfonie.

Manchmal gibt es auch noch das Phänomen bei dieser Art des schredderns das, wenn man ganz ganz ganz viel Alkohol vom Blut aufnehmen lässt, das Gebrülle verblasst und man tatsächlich einen Hauch cooler melodischer Akkustik warnimmt.

War hier nicht so.

Die 10 Kerle die vor den Jungs herumgehampelt sind schienen aber trotzdem ihren Spass gehabt zu haben ;) .

Aber, und jetzt kommts, Hatedrive hatten mir diesmal sogar gefallen. Relativ zumindest. Entweder war es dieser von grottenübel als wir die Klangstation betraten und Inzane hörten, hin zu ihnen. Oder die Jungs haben in den letzten Jahren noch an sich gearbeitet. Oder weil ich letztlich schon ziemlich dicht war. Keine Ahnung, aber der Abend hatte sich damit dann auch noch im positiven gelohnt.

Ach, und der Club an sich ist besser, als ich nach der Neueröffnung Anfang des Jahres von diesem gehört hatte. Wir sehen uns in 2 Wochen zum Summernight Warm Up ;) .

Published by Thomas, on März 22nd, 2009 at 4:10 pm. Filled under: lauter Krach Tags: , , 1 Comment

Brainslaughter Resurrection No 13

Woah, ist es schon wieder 3 Jahre her? DREI? Scheisse, wie die Zeit vergeht. Nun, nach einer fast 3-jährigen Abstinenz gab es im Ehrenfelder Bütze wieder … Na? .. Genau! Ein Brainslaughter Festival.

Ein kleines, aber ein feines. Und genau so wie das letzte (und erste was ich miterlebte) gab es bei wunderschönen Regenwetter und gefühlten 100 Besuchern eine angenehme bunte Mischung aus den verschiedensten härteren Metal Bereichen, bei denen einem nicht die Ohren bluten.

Auf den frühen Teasern (es gab wohl 3, mit wechselnden Bands ;-) ) als “Very Special Guests” angeteasert, kamen als erstes auch einige hochmotivierte Jungens von Ravage auf die Bühne und heizten den bisher eingetrudelten Dutzend schonmal ein. Quasi eine Art Warmsaufen für den späteren Abend.

Aber es war gut. Und ich bin froh dabei gewesen zu sein, gehört Ravage doch nochmalerweise für mich zu den Bands, die ich nie sehe, weil ich vorher zu der letzten noch fahrenden Bahn sprinten muss, diese Band aber meistens als letztes rockt. So wie beim jährlichen Battles in the Norf.

Die große Überraschung für mich war dann Rebattered. Eine Trash-Death-Irgendwas-Band aus Wuppertal mit einem verflucht geilen Sound an Instrumenten und Stimme. Aber auch einer sehr sehr geilen Bühnenpräsenz. Wenn sie jetzt nicht nur so eine grauenhafte MySpace-Seite hätten, würd ich die sogar so richtig toll finden ;) .

Als Ersatzband für Motorjesus gaben sich Supersoma die Ehre. In den ersten Minuten wenig überzeugend, haben sie dann doch eine gute halbe Stunde, inklusive Zugabe, die Halle gerockt. Eine weitere überraschend starke Band die man sich unbedingt merken sollte.

Ein gelungener Abend wäre kein gelungener Abend wenn es nicht auch ein paar Unpässlichkeiten gäbe. Man kann ja nicht immer nur voll des Lobes sein. Wir sind ja auch nur Deutsche, und als eben jene braucht’s auch regelmässig die nötige Dosis. Diesen Platz belegte gestern Abend einerseits ein schon gegen 8 ziemlich dichter Kerl besseren Alters, der gut rockte, aber wohl niemanden zu kuscheln hatte. Das lies er dann in den Pausen auch zumeist den Bands in form von recht direkten “Liebesbekundungen” (dt. Beleidigungen) wissen. Andererseits gaben sich auch A-Rise die Ehre auf der Bühne. Eine nette Band die, wenn der Liedsänger mal Pause machte, sogar richtig gut war. Aber leider halt nur bis der Gesang einsetzte. irgendwie war das einfach nichts. da hat wenig gerockt. Das Blut hat nicht gekocht. Das war einfach nicht stimmig.

Egal. Der Abend war cool, das Bier kalt und Guerrilla, das i-Tüpfelchen des Abends, die Kirsche auf dem Sahnestück, der Porsche des musikalischen Sexualstahls, haben das ganze dann noch stilecht abgerundet.

Prost.

Published by Thomas, on März 15th, 2009 at 1:20 pm. Filled under: lauter Krach Tags: , , , , , , , , , 1 Comment