2007-10-11

Die deutschen können nichts

Wo sind sie, die deutschen Innovationen in der Videospielbranche. Ich seh sie nicht. Nirgends. Umsatzzahlen sind für mich kein Beweis für Qualität und Ideenreichtum. Wieso bin ich so angepisst? Eigentlich ist es der aktuelle Siedler Teil: Aufstieg eines Königreichs. Als ich mich damit herumgeärgert habe, bin ich in Gedanken die Geschichte der anderen Spiele, die hier bei mir im Schrank liegen, durchgegangen:

  • Siedler-Reihe

    Es begann mit einer knuffigen Simulation rund um das besiedeln von Landstrichen in einer fantasievollen, dem europäischen Mittelalter nachgestellten Welt. Damals , vor mehr als 10 Jahren, war das toll, innovativ und sonstwas.

    Das Spielprinzip blieb in den folgenden Teilen ziemlich gleich: Mission startet, man baut was auf, fertig.

    Teil 5 war dann in 3 D, bringt eine umfangreiche, langweilige und aussagelose Einzelspielerkampagne mit sich und man merkte schon, das es bei den Siedlern .. einfacher wird. Weg von “umfangreichen” Warenkreisläufen, hin zu dem simplen stillen von Siedlerbedürfnisse. Wenige Rohstoffe, etc. Quasi weg von einer Wirtschaftssimulation, hin zu einer banalen Aufbaustrategie.

    Und nun, der 6. Teil: Aufstieg eines Königreichs.

    Die Kampagnengeschichte ist ziemlich platt und wohl speziell für die jetzige Jugendkultur angepasst: nur nicht zuviel nachdenken und sich berieseln lassen. Die Rahmenstory ist platt, leicht an der Artussaga angelehnt. Leicht? Nein, eigentlich nur ganz Bruchstückhaft: die Tafelrunde und die kontinentale Struktur. Die “Ritter der Tafelrunde” sind ein mieses und einfaches Klische verschiedener Kontinente und Länder.

    Und das Spiel friert ein. Stürzt ab. Oder friert ein. Oder stürzt ab. Oder ruckelt extrem in den Videos. Oder friert ein. Das macht tierisch Spass.

  • die Gothic-Reihe

    “Gothic” war noch nie das stabilste, und die Stories sprudelten nur mit Klisches aus dem Fantasysegment. Aber es machte immer Spass. Story, Benutzerführung, Grafik passten immer. Feiner, kurzweiliger Spass.

    Dann kam der 3. Teil und alles sollte anders werden. Den großen Konkurrenten “Elders Scrolls” im Rücken, dessen vierter Teil “Oblivion” noch nicht allzu alt war, wurde wohl auf vorzeitige Ejakulation .. eh, Publizierung des Spieles gesetzt.

    Die Folgen:

    • die Rahmenstory ist unterhaltsam

    • technisch jedoch ein Krüppel. Abstürze. Ruckeln auf niedrigster Auflösung und einem den Anforderungen entsprechender Rechner.

  • Die Gilde Reihe

    Der erste Teil war glorreich. Eine tolle Wirtschaftsimulation in einer mittelalterlichen Welt.

    Der 2. Teil war rein spielerisch auch hervorragend. Wenn das Spiel dann sogar länger als durchschnittlich 10 Minuten gelaufen wäre, hätte ich Wochen damit verbringen können

  • die Anno-Reihe

    Naja, dazu gibt es nicht viel zu sagen. Anno 1602, 1503 oder 1701 sind eigentlich alle gleich. Die Grafik wurde schöner, aber das Spielprinzip immer gleich. Im letzten Teil wurde dann auch noch der ansonsten recht unterhaltsame Kampagnenmodus gegen ein paar unzusammenhängende Missionen ausgetauscht.

    Naja, auch die Kinder-Schokolade ist seit jahrzehnten die gleiche, und es wird weiterhin wie blöd gekauft.

Jetzt warte ich geduldig auf “Drakensang”, dem neuesten Teil aus dem “Schwarzes Auge”-Universum. Die erste Triologie fand ich super und hab ich immer wieder gern gespielt. Und “Drakensang”? Ich bin gespannt und erwarte nichts.

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