2007-08-13

Es knallt bei SchülerVZ und Holtzbrinck

Ahhh, es knallt endlich bei den Social Communities. Sehr gut. Weswegen ich das gut finde? Nun, davon mal abgesehen das ich ein offenes, fast unkontrollierbares Netzwerk für Schüler schon fraglich finde, seh ich auch grundsätzliche Probleme deutscher (und internationaler) Communities in deren benutzergenerierten Inhalten. Hey, ich liebe die Meinungsfreiheit in all ihren glorreichen Varianten. Aber jeder Betreiber einer Community ist auch verpflichtet, das Grundgesetz zu achten. Das das bei benutzergenerierten Inhalten recht schwierig, aufwendig und resourcenfressend ist, damit muss man als Betreiber nunmal rechnen. Und wenn solche wiederrechtlichen Inalte nicht mit automatisierten Filtern unterbindet kann, dann müssen halt Redakteure her, die entsprechende, durch das Raster gefallene Beiträge, kontrollieren.

Nun, Inhalte sind das eine ärgerliche Problem, das auftauchen könnte. Das meiner Meinung nach persönlich weitaus größere ist die persönliche Privatsphäre. Ein normaler Benutzer im Internet ist derzeit schon recht gläsern. Ist man in 2, 3 der größeren Communities angemeldet (XING, StudiVZ, MySpace, Facebook) dürfte man recht einfach über Google und ähnliche Suchmaschinen auf alle relevanten Kontaktinformationen stossen. Webservices wie Spock, die explizit auf die Personensuche ausgerichtet sind, machen die Arbeit noch einfacher.

Das dieses Vorgehen, das wissentliche ignorieren der Privatsphäre der eigenen Benutzer, zu persönlichen Problemen eben jener Personen werden kann, dürfte müsste jedem Minderbemittelten klar sein. Sucht man einen alten Freund oder Freundin -> Google. Persönliche Informationen eines Jobbewerbers, die nicht in der Akte stehen -> Google. Informationen über eine Ex-Freundin -> Google. Informationen über Personen, die einen zurückgewiesen haben -> Google.

Ist man einmal angeschlossen, findet man vieles heraus. Und genau da seh ich vor allem Probleme mit Schüler/Kinder-Communities wie SchülerVZ. Ja genau, KINDER! Ist sichergestellt das sich da auch die richtigen Personen anmelden bzw. agieren dürfen!? Und das keine Perversen sich einfach unter die restlichen Mitglieder mischen, um so ihre Triebe und/oder noch schlimmer, persönliche Adressen austauschen können!?

Das sowas ähnliches passiert, zeigt der große Bruder StudieVZ. Ok, keine Sexualstrafttäter. “Nur” Stalker. Aber wer weiss, auch Stalker können sich … weiterentwickeln.

Solche Themen sollten auch zur Diskussion “Wieviele Social Networks verträgt der Markt?” beigetragen werden. Nicht nur die Masse der Benutzer, die Art wie diese gehalten werden oder wieviel Communities es gibt ist wichtig. Meiner Ansicht nach sind die Communities zukunftsweisend, welche seinern Benutzern die Möglichkeit und Technologie bietet, die Art und den Umfang der eigenen Privatspähre selbst zu bestimmen.

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